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Ein Insektenfreundlicher Garten – Schädlingsplagen vorbeugen

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Viele Laufkäfer fressen Schnecken.

In einem naturnahem Garten wimmelt es von Insekten und die Artenvielfalt ist riesig. Insekten sind die Nahrungsgrundlage für sehr viele andere Tiere und daher unverzichtbar für einen gesunden Garten.

Igel, Kröten, Vögel, Eidechsen sie alle brauchen ein reiches Angebot an Insekten um sich gesund und ausgewogen ernähren zu können. Sind Insekten im Garten Mangelware, dann fehlt die Grundlage dafür, dass sich ausgewogene ökologische Gleichgewichte entwickeln können.

Nur in einem Garten, der sehr artenarm ist, können sich Schädling, wie Schnecken oder Blattläuse, zu einer Plage entwickeln. Daher ist es wichtig den Insekten in Garten nicht zu schaden und ihnen viele Lebensräume anzubieten.

Der Naturschutz im Garten beginnt beim Insektenschutz. Auch eine langfristig erfolgreiche Schneckenabwehr baut darauf auf, dass wieder mehr Insekten im Garten ansässig werden.

Welche Insekten fressen Schnecken?

Es gibt ungeahnt viele Insekten für die Schnecken und auch Schneckeneier ganz oben auf der Speisekarte stehen. Zum Beispiel die Larven der Glühwürmchen sind wahre Schneckenvernichter. Sie ernähren sich über mehrere Jahre fast ausschließlich von den Weichtieren. Sei folgen der Schleimspur und töten die Schnecken mit Giftbissen. Das Aussterben der empfindlichen Leuchtkäfer hat mit dazu beigetragen, dass die Schnecken sich rasant ausbreiten konnten.

Starkgerippter Geradschienen Aaskäfer attakiert frisst Spanische Wegschnecke rot braune Nacktschnecke
Starkgerippter Geradschienen-Aaskäfer (Silpha carinata) attackiert Spanische Wegschnecke © Gerwin Bärecke

Auch diverse Laufkäfer sind direkte Fressfeinde der Nacktschnecken. Auf Englisch heißen diese Tiere auch „snail hunter beetles“ (Schneckenjägerkäfer), da sie sich auf die Jagd von Schnecken spezialisiert haben. Darunter sind Arten wie Goldlaufkäfer, Lederlaufkäfer, Goldleiste oder auch der imposante Schaufelläufer.

Außerdem fressen auch Aaskäfer Schnecken, darunter Arten wie der Schwarze Schneckenjäger und auch der Totengräber, die auch Nacktschnecken verspeisen. Ebenso gibt es Arten aus der Familie der Kurzflügelkäfer, die Schnecken fressen. Zum Beispiel der Schwarze Moderkäfer ist dafür bekannt, dass Nacktschnecken zu seiner Nahrung zählen.

Viele Käferlarven haben sich darauf spezialisiert die langsamen und wehrlosen Schnecken zu fressen. Zum Beispiel ist von den rot-gelben Larven der Weichkäferfamilie bekannt, dass sie Schnecken fressen. Das folgende Video zeigt wie eine Larve des Moderkäfers eine Nacktschnecke angreift und tötet. Das Video zeigt wie selbst ein sehr kleine Käferlarve ohne Probleme eine ausgewachsene Wegschnecke überwältigen kann.

Video: Käferlarve tötet Nacktschnecke

Auf die Eier der Schnecken haben es zum Beispiel auch Hundertfüßer abgesehen. Die nachtaktiven Tiere sind äußerst aggressiv und verspeisen auch noch kleine Jungschnecken. Ebenfalls auf die Schneckeneier versessen sind viele Weberknechtarten (Schuster, Kanker). Es gibt darunter sogar Arten, die Schneckenkanker genannt werden, weil sie sich fast ausschließlich von Schnecken ernähren.

Außerdem gibt es noch Fliegen die sich ebenfalls auf die Jagd nach Schnecken machen. Hier gibt es zum Beispiel die Hornfliege, deren Larven sich von Schnecken ernähren. Deshalb werden diese Fliegen im englischen Sprachraum auch „snail killing flies“ genannt (Schnecken tötende Fliegen). Es gab sogar schon Versuche diese Fliegen ganz gezielt in der Schneckenbekämpfung einzusetzen. Doch bislang erfolglos.

Diese Liste zeigt deutlich, dass viele Insekten zu den direkten Feinden der Schnecken zählen. Es ist deshalb von großem Wert für die umweltfreundliche Schneckenabwehr ihnen einen Lebensraum im Garten zu gewähren.

Wie kann man den Garten insektenfreundlich gestalten?

Viele Insekten sind sehr empfindliche Tiere, die ganz besondere Bedingungen brauchen, um sich zu ernähren und fortpflanzen zu können. Einige Arten sind derart spezialisiert, dass sie ohne eine ganz spezielle Pflanze nicht überleben können. Daher ist ein erster wichtiger Punkt auch den Artenreichtum im Pflanzenreich zu fördern und möglichst viele verschiedene Kräuter, Blumen und Gemüsepflanzen zu kultivieren.

Artenreichtum im Garten Brennnessel Lebensraum für InsektenDen Insekten Lebensräume anbieten

  • Insekten lieben Kräuter und daher ist es gut möglichst viele verschiedene Kräuter im Garten anzupflanzen: Fenchel, Dill, Kerrbel, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse, Pefferminze, Bohnenkraut, Liebstöckel, Lavendel, Majoran, Ysop, Oregano, Borretsch, Schnittlauch. Die meisten dieser Arten sind auch für Bienen eine wahre Freude. Außerdem sind auch Brennnesseln wichtig für eine ganze Reihe von Insekten zum Beispiel sind viele Schmetterlinge auf diese Heilpflanze angewiesen.
  • Eine weitere Maßnahme ist ein Gartenteich. Unzählige Tiere profitieren davon, wenn im es Garten eine zugängliche Wasserstelle gibt. Damit steigt die Artenvielfalt enorm an. Auch Kröten, Frösche, Amseln, Lurche Feinde von Schnecken, die von einem Teich deutlich profitieren und sich ohne oft gar nicht dauerhaft ansiedeln können. Wenn kein Platz für einen Teich ist, dann kann man vielleicht eine kleine Wasserschale aufstellen, die zum Beispiel auch für Igel auf Wasserquelle genutzt werden kann.
  • Des Weiteren kann man in einigen Ecken und Nischen des Garten so genannte Wildnisecken anlegen. Dort kann die Natur sich selbst überlassen werden und vorweg zum Beispiel ein Haufen aus Ästen, Zweigen oder Steinen aufgeschichtet werden. Diese Ecken sind dann kleine Oasen der Artenvielfalt, von denen der ganze Garten profitieren kann.
  • Steinmauer als Insektenhotel Insektenfreundlicher GartenAuch eine alte Trockenmauer ist ein Ort den viele Insekten und andere Tiere als Lebensraum erschließen und als Winterquartier nutzen können. Ebenso sind Hecken und Gehölze ein Hort für viele Tiere, an dem sie sich relativ ungestört entfalten können.
  • Einen großen Gefallen tut man den meisten Tieren im Garten auch damit, wenn man ein bisschen seltener und nicht mehr überall im Garten den Rasen mäht. Denn die Blüten bieten eine Grundlage für die Nahrungskette im Garten, die bei zu fleißigem Mähen fast völlig wegfällt. Darunter leiden zum Beispiel auch viele Bienenarten. Daher ist es eine gute Tat den Rasenmäher einmal öfter stehen zu lassen und auch nicht ganz so tief zu mähen, dass Klee, Gänseblümchen und Löwenzahn eine Chance haben ab und zu zur Blüte zu kommen. Wenn man einige Stellen im Garten vielleicht nur zwei oder dreimal pro Jahr mäht, dann kann man dadurch vielen Arten einen großen Gefallen tun.
  • Totholz als Insektenhotel Insektenfreundlicher Garten Ökologisches Gleichgewicht Artenreichtum Biodiversität Artenvielfalt Schneckenplage vorbeugenEine besonders wichtige Hilfe für Insekten, die oft unterschätzt wird, ist totes Holz. Abgestorbene Bäume waren und sind für unglaublich viele Arten eine Lebensgrundlage. Daher tut man den Insekten einen riesigen Gefallen, wenn man größere Holzstücke verschiedener Holzarten ganz ungestört im Garten herum liegen lässt. Besonders Käfer und ihre Larven brauchen diesen Lebensraum. Doch auch Bienen und andere Insekten nisten sich dann später wiederum in den verlassenen Käfergängen ein.
  • Einige Insekten brauchen auch kleine Stellen mit offenem Sandboden, am besten noch mit einer Wasserstelle in der Nähe. Auch wenn man ein Insektenhotel anbietet, ist das wichtig, damit zum Beispiel Einsiedlerbienen sich Baumaterial für ihre Bruthöhlen beschaffen können.
  • Insektenhotel Insektenhaus aus aufgeschichteten und gestapelten Baumstämmen, Ziegeln und SteinenEin Insektenhotel ist eine schöne Sache, wenn man zum Beispiel Bienen, Florfliegen, Ohrwürmern, Marienkäfern oder auch Schmetterlingen helfen möchte. Doch grundsätzlich sind die oben genannten Maßnahmen wichtiger und nicht durch ein Insektenhaus zu ersetzen. Wie man ein Hotel selber bauen und was man alles falsch machen hier: Insektenhotel selber bauen

Wie kann man Insekten möglichst wenig schaden?

Unabhängig davon wie sehr man sich auch bemüht den Garten für viele Insekten attraktiv zu machen, wenn man einige Fehler macht wird man keinen Erfolg dabei haben. Denn zuallererst ist es notwendig den Tieren nicht zu schaden, denn sonst sind alle Maßnahmen, die ihnen nützen vergebens. Die wichtigsten drei Punkte sind:

  • Auf chemische Insektengifte (Insektizide) verzichten. Auch biologische Präperate (z.B. Neembaum-Produkte) bitte nur in Maßen einsetzen.

  • Möglichst wenig Lichtquellen im Garten installieren und wenn dann nur noch warme LED-Lampen.

  • Im Herbst auf den Beeten alles stehen und liegen lassen und den großen Beet- und Gartenputz auf das Frühjahr verschieben.

grashüpfer im garten Insektizide schaden der Artenvielfalt Biodiversität Artenreichtum PestizideDer größte Fehler, den man machen kann, ist Insektizide einzusetzen. Doch auch Herbizide und Fungizide können ein Problem für Insekten werden. Die meisten Arten reagieren extrem sensibel auf den Einsatz von Chemie (Pestiziden), da sie auch von Pflanzen oder Pilzen abhängig sind. Daher ist es besonders wichtig darauf – wenn möglich – völlig zu verzichten und vielleicht sogar mit den Nachbarn darüber zu sprechen.

Ähnlich wie Schneckengift zeigen Insektengifte nur kurzfristig einen Erfolg. Auf lange Sicht sind Gifte eine Katastrophe für das Ökosystem Garten, da sie das ökologische Gleichgewicht stören. Bekämpft man Blattläuse mit Gift tötet man auch die Feinde der Blattläuse. Dieser Eingriff in die natürlichen Regelkreisläufe rächt sich dann mit Verzögerung. Zum Beispiel kommt es dann später die Schneckenplage.

Auch Lichtsmog kann für viele Insekten zu einer tödlichen Falle werden. Die Verbreitung von Straßenlaternen und die vermehrte Ausbreitung der Schnecken tritt zusammen auf und das muss kein Zufall sein. Denn zum Beispiel Glühwürmchen reagieren extrem empfindlich auf Lichtsmog. Vielerorts waren Straßenlaternen ein Grund für ihr Aussterben.

Daher ist es hilfreich auf künstliche Lichtquellen im Garten wo möglich zu verzichten. Wenn man den Garten dennoch beleuchten möchte, kann man warmes LED Licht verwenden. Denn das nehmen Insekten viel weniger wahr als kurzwelliges kalt-weißes Licht mit vielen Blau und UV-Anteilen. Die LED Technik ist ein Segen für die Insekten.

Kann man das Aufräumen im Herbst vermeiden, dann freut das die Insekten ganz besonders. Viel besser ist es nämlich den Garten erst im Frühjahr von den Pflanzen des Vorjahres zu befreien. Denn diese dienen den Insekten als Winterquartier. Zum Beispiel tote Pflanzenstengel und Blütenstände sind für viele Insekten im Winter überlebenswichtig. Dies gilt zum Beispiel auch für viele bedrohte Wildbienenarten. In Insektenhotels findet man daher auch immer reichlich Pflanzenstengel oder Hohlräume, die diese nachahmen.

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Zusammenfassung

  • Unnötige Lichtquellen, Chemische Pestizide und penibles Aufräumen im Herbst verringern besser ganz vermeiden.
  • Die Pflanzenvielfalt im Garten fördern, da davon auch die Insekten profitieren.
  • Den Insekten Lebensräume anbieten: Totholz, Steinmauern, Steinhaufen, Hecken, Gartenteich, Reisighaufen, Gehölze, Büsche, offener Sandboden, Insektenhotels.
  • An einigen Stellen den Rasen seltener Mähen, damit zum Beispiel Klee zur Blüte kommen kann und so eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten sein kann.

Video: Käfer frisst Nacktschnecke (Leider schlechte Qualität und englischer Ton)


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